Warum ich meinem Brustkrebs Danke sage

Brustkrebs zieht den Stecker in meinem alten Leben

„Sie haben Brustkrebs – jetzt müssen wir schauen, ob Sie schon Leber Metastasen haben…..“ – ich hatte gerade meine 2 Jüngsten und 2 Nachbarskinder mitgenommen zum Eislaufplatz und meine Schlittschuhe fühlten sich genauso wackelig an, wie ich mich fühlte.

„…und nun Krebs….halleluja wie unfair….“⠀Fühlte ich mich bis zu diesem Telefonat krank? War ich besorgt, ich könnte jemals Krebs bekommen? Definitiv nicht – mich traf die Diagnose aus heiterem Himmel, sozusagen. Aber an diesem Tag begann – ohne dass ich es wusste – die tiefgreifendste Änderung meines Lebens: meine Aussöhnung mit dem Leben und meinem Ausstieg aus meinem Hamsterrad, dem ewigen Funktionieren und dem Überspielen, dass mir alles im Alltag zu oft über den Kopf wuchs.

Mein Leben war bis zur Brustkrebs Diagnose dominiert von Funktionieren

Mein Leben war bis dahin dominiert von Erwartungen – wohin ich blickte: müssen, durchhalten, da sein. Ich war ohne grosse Übertreibung stolze Do-it-All-and-Perfect-Queen im MultiTasking. Ich konnte immer noch etwas in meine To Do Liste quetschen – ausser Auszeiten oder Me Time. Ich war gut im Machen und grottenschlecht im Loslassen oder Nichtsmachen.

Wenn ich etwas machen konnte, fragte ich mich nicht, ob ich es auch wollte oder ob es mir gut tut. Solche Fragen deklarierte ich unbewusst als egoistisch. Ich nahm wahr, dass es Menschen neben mir gab, die das anders handhabten. Aber das bestätigte mir eher, dass ich alles alleine stemmen musste.

Ich musste funktionieren, damit nicht alles zusammenbrach – hatte ich nicht studiert, hart gearbeitet dort zu stehen, wo ich jetzt stand. Wollte ich nicht Kinder? War ich nicht gerne Unternehmensberater, Projektmanager und dann Unternehmensgründer? Ich hatte doch gewusst, dass es viel werden würde – also warum jammern? Es ging mir doch gut!

Mein Hamsterrad hielt ich trotz Burnouts und Unfällen am Laufen

Meine To Do Liste für jeden Tag war lang, schliesslich wusste ich immer, was gemacht werden musste. Ich kannte den Plan der Kinder, versuchte hinzu spüren, was sie brauchten, versuchte nicht zu viel von anderen zu erwarten.

Das Leben war schließlich kein Ponyhof und ausserdem hatte ich schon als Kind bewiesen, dass ich mich durchbeissen konnte.

Unerwarteten Ereignisse wie Unfälle, Dramen und Krankheiten machten es mir immer wieder schwer, noch eine Energiereserve in mir zu finden. Ich war selbstständig, hart im nehmen und bereit meinen Teil zum Glück beizutragen – heimlich quälte mich aber die Frage, warum manche einfacher glücklicher und erfolgreicher werden konnten ohne diese ständigen Extradramas. Was machte ich falsch oder was war falsch mit mir?

brustkrebs
Brustkrebs Zug den Stecker von meinem alten Leben

Brustkrebs war einfach so ungerecht

Meine Krebsdiagnose traf mich aus heiterem Himmel! Der Tod war in meiner Planung nicht vorgesehen – schon gar nicht einem, der mitten im Leben anklopfte. Machte ich nicht, alles so gut als möglich? Sport, Ernährung? Hatte ich nicht schon genug in meinem Leben aufgeladen bekommen? Warum tat das Leben auch meinen Kindern so etwas an – sollten sie sofort mit einem Rucksack starten, den sie nie mehr loswerden konnten? Warum war immer alles so unfair, warum passierte so etwas wieder mir? Warum konnte das Leben nicht einfach einmal einfacher sein und weniger fordern!

Aber ich entschied relativ schnell, dass ich mit dieser Einstellung nicht weit kommen würde. Waren da nicht andere, die sogar diese Diagnose überlebten – die sogar mehr Pech hatten als ich und trotzdem sicher waren, noch lange zu leben? Was wenn mein Körper gar nicht sterben wollte? Was wenn ich mir diese Geschichte einfach falsch erzählte? Ich begann Hilfe zu suchen – und daran zu glauben, dass ich gesund werden kann. Was wenn mein Körper nicht mein Feind, sondern mein Freund ist und ich nur etwas endlich anders machen muss in meinem Leben?

Dieser Moment einfach geniessen und dann den nächsten

Ich begann einfach zu spüren, dass ich jetzt noch da war – jetzt noch lebte – auch wenn meine Ärzte nie wirklich Hoffnung auf 100% Gesundheit machten.

Einatmen – merken dass ich noch da bin, ohne Schmerzen. Bewusst wahrnehmen, dass mein Körper Milliarden von gesunden Zellen hatte und jeden Tag baute, neben meinen Krebszellen. Also er konnte beides und das gleichzeitig.

Ausatmen, die Vögel hören, den See wahrnehmen, zu spüren, wie gerne ich lebe. Wenn Du Krebs hast, erwartet niemand, dass Du funktionierst – von einer Sekunde auf die nächste ist da einfach Stille und Null Müssen neben der Krebstherapie an sich. Nichts fiel zusammen, nicht einmal ich selber und es fanden sich neue Lösungen, ohne dass ich mir auch nur ein wenig meinen Kopf zerbrach.

Heute frag ich mich radikal, was mir jetzt gut tut

Heute blicke ich auf meine Brustkrebs Therapiezeit zurück und bin froh, was ich aus dieser Wand in meinem Leben gemacht habe. Was brauche ich? Wer hilft mir? Wie verändere ich meine Art das Leben so stressig zu leben? Wie höre ich auf meinem Körper zu misstrauen, Angst zu haben, extrem Angst zu haben.

Heute vertraue ich meinem Körper – er ist mein Freund. Ich weiss, wenn mein Hamsterrad wieder voll dreht, ich spüre, dass ich mich plötzlich von allem runterziehen lassen, schwer werde, alles zu viel finde – vor allem meine Kinder und ihre Launen. Und heute weiss ich, wie ich mich selber wieder auf eine andere Gefühlsspur bringe, Pausen mache und Hilfe suche und finde.⠀

Drück Pause im Hamsterrad

Mein Krebs zeigte mir, dass es nicht egoistisch ist, Pause zu drücken. Es ist ok, wenn ich Stopp sage oder nein, wenn ich mich gestresst fühle. Mein Krebs zeigte mir, dass in diesem Augenblick gerade die Sonne scheint (eventuell hinter den Wolken), ich jetzt atme, ich jetzt Zellen baue und ich jetzt glücklich sein kann. Immer, wenn ich beginne zu funktionieren und beginne zu denken, dass alles zusammenbricht, wenn ich nicht x, y und z mache – genau dann mache ich heute nichts mehr, ausser mich gut fühlen. ich setz mich hin, schau in die Natur, atme, schlafe oder hör eine Meditation – denn wenn ich mich gut fühle, flutscht mein Leben viel besser!

PS – Vergiss nicht Deine

Brustkrebs Vorsorge

Brustkrebs Vorsporge
Brust Vorsorge App des Spital Triemlis

Früherkennung bei Brustkrebs erhöht die Überlebenschancen massiv. Es gibt einige Missverständnisse, die ich hier gerne auflöse. Kleine Brüste sind nicht vor Brustkrebs geschützt. Schmerzen in den Brüsten sind nicht immer einfach Hormonveränderungen und daher unwichtig. Regelmässig Abtasten erhöht Deine Sicherheit enorm. Es gibt eine wunderbare App meiner Frauenärztin Dr. Von Orelli am Spital Triemli, die Du zur Brustkrebs Vorsorge auf dein Smartphone laden kannst.

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