Dein Körpergedächtnis beeinflusst Deinen Alltag

Körpergedächtnis beeinflusst deine Wahrnehmung

Nimmst Du Dein Körpergedächtnis bewusst wahr? Die meisten von uns spüren gar nicht, dass nicht nur unser Gehirn eine Erinnerung hat, sondern auch unser Körper mithilfe unser autonomes Nervensystem. Dieses ist autonom, also braucht nicht unsere bewusste Steuerung und ist daher unter unserer Bewusstseinsschwelle

Vor einigen Monaten hatte ich einen weiteren Krebsvorsorge Termin. Nachdem ich einige Wochen schon Schmerzen im Gewebe gehabt hatte, gönnte ich mir zusätzlich zur jährlichen Mammografie noch eine Runde Extra Ultraschall.

Als ich an jenem Dienstag nach der Mammografie extra lange auf die Resultate wartete, auf der Liege, auf der ich im Januar 2019 auch meine Krebsdiagnose bekam – hatte mein Monkey Hirn viiieeel Zeit Panikstimmung zu verbreiten. Wie Du siehst, ist der ganze normale Alltag ein wunderbares Spielfeld für Trigger aller Art.

In der Zwischenzeit bin ich ganz gut nicht mehr alle meine Empfindungen im Körper zu ignorieren, sondern zuerst einmal wahrzunehmen und hinzuschauen – auch wenn es sich unangenehm anfühlt. Ich beobachte meine Gedanken, meine Gefühle, meine Angst im Körper. Ich sah wie ich einfach die Sequenz von vor 2 Jahren wie im Filmstudio auch körperlich noch einmal nachspielte und eine Horrorprognose für wahrscheinlicher hielt als Entwarnung.

Mein Körpergedächtnis half meinem Gehirn 100 Argumente zu finden, warum meine Schmerzen Hinweise für weitere Krebsdiagnosen sein müssen. Ohne die Erfahrung von 2019 hätte mein Gehirn meinem Körper geglaubt, dass es die Hormonveränderungen der Wechseljahre sein müssten, Narbengewebe, Faszien, whatsoever…, aber sicher nichts Tragisches, nur unangenehmes.

Wie funktioniert Dein Körpergedächtnis?

Wie bildet sich Dein Körpergedächtnis? Die neueste Forschung konnte bewiesen, dass jede Erfahrung, die wir mit unseren Sinnen bewusst oder unbewusst wahrnehmen, gespeichert bleiben kann.

Ob Du es als bewusste (explizite) oder unbewusste (implizite) Erinnerung abrufen kannst, hängt sowohl mit Deinem Alter zur Zeit des Stattfinden (zum Beispiel erinnern sich die meistens nicht aktiv an Geschehnisse vor dem vierten Lebensjahr) und der Art der Erfahrung/Information zusammen.

An alle gespeicherten Informationen im bewussten (expliziten) Gedächtnis kannst Du Dich bewusst erinnern, und Du kannst sie selbst in Worte fassen und beschreiben.

Den Gegenpol bildet das implizite Gedächtnis – diese Erfahrungen und Informationen lassen sich viel schwerer in Worte fassen, aber unser Körper hat sie verinnerlicht. Sie sind also „verkörperlicht“. Diese Verinnerlichung erfährst Du beim routinierten Autofahren oder beim Fahrradfahren.

Wichtig zu wissen ist, dass das Körpergedächtnis Erfahrungen, die Du als bedrohlich, verängstigend oder in einer anderen Weise ausserordentlich negativ empfunden hast, im Körper nachspielt und Du die Folgen und Nachwirkungen bis ins Erwachsenenalter spürst – meistens aber nicht bewusst.

Es erklärt einfach, warum Dich bestimmte Menschen, Situationen triggern bzw. nerven, ärgern oder verängstigen.

Dein Körper speichert Erlebnisse ab

Simpel gesagt: Dein Körper lügt nicht und er speichert (zusammen mit deinem dein autonomen Nervensystem), egal ob unser analytisches, erwachsenes, reifes Hirn beschliesst, etwas zu vergessen oder zu ignorieren. Nur wenn wir das Gefühl im Körper wahrnehmen, neutral beobachten und zunächst einmal einfach annehmen können, kann sich diese Erinnerung verändern und transformieren.

Falls Du manchmal am Thema «Loslassen» all Deine Zähne ausbeisst, weil es Dir so gar nicht gelingt, hilft Dir die Arbeit mit dem Körpergedächtnis bzw. Deinem autonomen Nervensystem.

Dein Körper sendet Dir immer Signale, um Dich zu schützen und am Leben zu erhalten. Wir sind alle nicht darauf konditioniert, unseren Körper wahrzunehmen. Wenn wir unruhig sind, lernen wir stillzusitzen, Hunger sollten wir nur zu gewissen Zeiten haben und Wut oder Schmerz am besten gar nicht wahrnehmen. Jedes Mal, wenn Du die Signale Deines Körpers ignorierst, stresst Du Dein Nervensystem damit automatisch.

Die neueste Gehirnforschung dokumentiert sehr eindrücklich, wie unser autonomes Nervensystem Erfahrungen abspeichert. Für heute – in diesem Blogpost – lasse ich das nun einfach so stehen.

Zentral ist zu wissen, dass dieses im System gespeicherte Wissen, Deine Wahrnehmung der Realität immer färbt, und filtert, was Du als «wahr» erfährst. Dieses Muster bleibt so lange bestehen, bis Du die Erinnerung im Körper ablösen kannst. Dann verändert sich nicht nur dieser Filter, den wir über die eigene Sinne legen, sondern auch unsere ureigene Schwingung, aber auch unsere eigene Schwingung. Wir gehen sprichwörtlich mit anderen Erfahrungen in Resonanz.

Dein Körper speichert Erlebnisse ab
Dein Körper speichert Erlebnisse ab – dieses Körpergedächtnis beeinflusst, was Du als Realität erlebst

Dein Körpergedächtnis beeinflusst Deine Realität

Wenn Du die Welt als unsicheren, unfreundlichen Ort erfahren hast, wirst Du viel tun, um selber die Kontrolle über die Ereignisse zu behalten. Dein Alltag wird Dir immer wieder bestätigen, wie wichtig diese Kontrolle ist, durch unzählige „unsichere Momente“. Erst wenn Du beginnst, neue Verknüpfungen (Gedanken) in diesem Nervensystem zu etablieren, beginnt Deine Wahrnehmung auch diesen Gedanken als «wahr» zu bestätigen.

Während meiner Krebstherapie entschloss ich mich, meinen Körper als Freund zu betrachten. Ich nahm bewusst jede gesunde Zelle wahr, jeden schmerzfreien Moment, jeden Hinweis, wie gut er heilte. Dies war nicht mein «automatisches» Empfinden – ich war lange fremd in meinem Körper.

Aber ich beschloss, dass ich mich besser fühlte, wenn ich mich nicht ausgeliefert, sondern sicher in meinem Körper fühlte. In den letzten Woche lieferte mir mein Alltag neue Trigger, diesen Gedanken bewusst zu bekräftigen und alle Gefühle, die er auslöste wahrzunehmen, auszuhalten und neue Impulse bewusst zu suchen.

Warum Embodiment Dein Körpergedächtnis verändert

Im Embodiment geht es um die gegenseitige Verbindung zwischen Deinem Körper und Deinem Geist und die spannende Frage, wie das Denken (bzw. Deine Geisteshaltung) den Körper (bzw. Deine körperliche Haltung) verändert und umgekehrt. 

Der Begriff Embodiment bezeichnet aber auch den Prozess, bei dem unterschiedliche Tools & Techniken angewendet werden, die Dir als Mensch dabei helfen, Dein authentisches Selbst zu verkörpern.

Stell Dir vor, dass all Deine Sinneseindrücke einer Situation (das, was Du hörst, siehst, fühlst, riechst und schmeckst) zuerst im Nervensystem eintrifft und dort Deinem Grundzustand entsprechend «eingefärbt» wird. Diese Färbung beeinflusst dann wiederum all Deine Gedanken und Gefühle und ist dafür verantwortlich, welche Handlungsoptionen Du selber überhaupt wahrnimmst.

Indem Du in Deine Körperempfindungen eintauchst, ohne zu urteilen, beginnst Du Deinen Seins-Zustand zu verändern – Du gibst Deinem Nervensystem Raum und Zeit zu schwingen und damit auch sich zu verändern.

Etwas salopp formuliert hilft Dir der Prozess des Embodiment Dein autonomes Nervensystem zu regulieren. Du kannst das im Selbstcoaching integrieren oder Du suchst Dir einen kompetenten Coach, um langsam die Weisheit Deines Körpers zu nutzen, um Glaubenssätze und unbewusste Verhaltensmuster zu verändern, um schlussendlich bei Dir selbst anzukommen.

Meine Körpergedächtnis verändert sich

Zurück zu meiner Krebsvorsorgeuntersuchung vor ein paar Monaten. Ich wusste durch all meine Arbeit mit meinem Körper und meinem Sein seit meiner Krebsdiagnose, dass ich diese Zeit auf der Liege auch unterstützend für mich selber nutzen konnte. Ich übe mich im Loslassen des Ergebnisses, aber im Wohlfühlen auf dem Weg dorthin.

Bei Angst ist mein bester Helfer immer echte Dankbarkeit. Nichts verändert den Tunnelblick der Angst schneller, als Dankbarkeit zu spüren. Ich war dankbar, dass sich durch diese Wartezeit auf meine Mammografie Ergebnisse nochmals direkt spüren konnte, wie viel ich von dieser Angst, Überforderung noch in meinem Körper gespeichert hatte. Ich bekam also vom Leben also geschenkte Zeit und Gelegenheit, diese «alte» Geschichte wahrzunehmen, anzunehmen und damit loszulassen.

Ich blieb im Gefühl, hörte nochmals alles gesagte und gedachte von Januar 2019 und machte dabei auch etwas EFT (Emotional Freedom Technik oder Tapping). Das ging sicher 5 Minuten, eher 10 Minuten lang, bis diese Angst ganz klein war und ich auf den Befund ohne apokalyptische Gedanken warten konnte.

Dieser Umgang mit meiner Angst und der Wartezeit ist sicher kein «natürliches» Verhalten, aber ich habe ihn mir angewöhnt. Ich nutze sehr oft Wartezeiten und nervige Pausen, um einfach zu atmen und Energie, Licht in jede Zelle fliessen lassen und zu üben das Ergebnis loszulassen und mir und dem Leben zu vertrauen.

In der Zwischenzeit weiss ich sehr genau, dass ich kein sichereres Lebensgefühl in meiner Kindheit entwickeln konnte, aber ich kann es heute öfters einladen. Wie so vieles ist dieses Urvertrauen nur vergessen, nicht für immer verloren.


Ach ja: meine Krebsvorsorge brachte totale Entwarnung – 2 hochdekorierte Ärztinnen bescheinigten mir im Querschnitt, oben und unten, links und rechts sei alles tipptopp. Ich wurde in die nächste Krebspatienten Risikoklasse befördert – von einer 3-monatigen Kontrollen zu 6-monatigen Kontrollrhythmus. Mein Körper ist mein Freund – je länger, je mehr!

A

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