Was ist traumasensible Nervensystemarbeit?

Traumasensible Nervensystemarbeit – was ist das?

geschätzte Lesezeit: 4 Minuten


Nach meiner Ausbildung bei Verena König in NI Neurosystemische Integration® bin ich nun zertifiziert in traumasensibler Nervensystemarbeit. Doch was bedeutet es eigentlich, traumasensibel zu begleiten? In diesem Blogpost erfährst Du, was hinter dieser wertvollen Methode steckt, welche Prinzipien die traumasensible Begleitung ausmachen und warum sie so wichtig ist: für unser Wohlbefinden, für persönliche Veränderungen und für einen Alltag, der sich authentisch, erfüllend und weniger belastend anfühlt.

Wichtige Aspekte einer traumasensiblen Begleitung

Traumasensibel begleiten bedeutet, als Coach ein Bewusstsein und tiefes Verständnis dafür zu haben, dass viele Menschen in ihrem Leben traumatische Erfahrungen gemacht haben. Ich bin mir bewusst, dass diese Erlebnisse oft tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesundheit, das Verhalten und die zwischenmenschlichen Beziehungen haben können – und dass die Betroffenen dies selbst häufig nicht einordnen können.

In meiner traumasensiblen Begleitung integriere ich das Wissen darüber, wie Trauma das Gehirn, das Nervensystem, die Beziehung zum eigenen Körper sowie die Wahrnehmung und das Verhalten beeinflusst. Dieses Wissen, zusammen mit wichtigen Erkenntnissen und der notwendigen Sensibilisierung, fliesst in alle Aspekte meiner Arbeit ein – von der Art und Weise, wie ich kommuniziere, bis hin zu der Art, wie ich Menschen bei der Aufarbeitung ihrer Traumafolgen unterstütze. Mein Ziel ist es, einen einfühlsamen und wohlwollenden Umgang mit sich selbst und dem Leben zu fördern, der die Menschen dort abholt, wo sie stehen, und ihnen hilft, sich in jedem Moment der Begleitung sicher und verstanden zu fühlen.

Ein traumatisches Erlebnis ist ein Ereignis, das die Fähigkeit des Nervensystems zur Bewältigung und Verarbeitung überfordert. Es trifft uns mit einer solchen Wucht und Intensität, dass wir uns davon überwältigt fühlen – oft verbunden mit Gefühlen von Hilflosigkeit, Ohnmacht und einer tiefen Bedrohung des Lebens.

Verena König

Meine Säulen traumasensibler Begleitung

Traumasensible Begleitung basiert auf dem Verständnis, dass Trauma die Verbindung zu sich selbst, zum eigenen Körper, zur Natur, zum Leben und zu sicheren Beziehungen im Aussen auf vielfältige Weise zerreissen kann. Meine Begleitung erkennt diese Zusammenhänge an und legt grossen Wert darauf, einen sicheren und respektvollen Raum zu schaffen, in dem Menschen die Möglichkeit haben, sich verstanden und gesehen zu fühlen – ohne die Gefahr einer erneuten Retraumatisierung.

Traumasensibles Coaching ist besonders wertvoll für Menschen, die sich wünschen, dass sich ihr Leben endlich anders, einfacher und weniger von Dramen und Baustellen geprägt anfühlt. Ich begleite Menschen, die sich so weiterentwickeln möchten, dass ihr Leben sich echt, erfüllend und lebendig anfühlt, ohne dabei auszubrennen.

Oft bringen diese Menschen aufgrund ihrer traumatischen Erfahrungen besondere Bedürfnisse mit, die berücksichtigt werden müssen, damit dieses Ziel erreicht werden kann. Es sind Menschen, die erkannt haben, dass sie mit Mindset-Arbeit, Achtsamkeitspraktiken, Sport, strengen Routinen und theoretischem Wissen allein nicht weiterkommen.

Meine Begleitung berücksichtigt diese individuellen Herausforderungen und bietet einen geschützten Rahmen, in dem Wachstumsprozesse achtsam und respektvoll gestaltet werden können – ohne alte Wunden erneut aufzureissen.

Der wichtigste Schritt, um Traumafolgen zu heilen, besteht darin, wieder ein Gefühl von Verbindung und Sicherheit zu spüren – in sich selbst, im Umgang mit anderen, im Leben und in der Welt um uns herum. Wir üben, wie es sich anfühlt, im gegenwärtigen Moment sicher zu sein, lernen, dieses Gefühl in unserem Körper wahrzunehmen und uns selbst zu dem Menschen zu machen, den wir gebraucht hätten, als die Verletzungen geschahen. Dieser Prozess braucht Zeit und ist ein individueller Weg, den es zu erkunden gilt.

Was Traumaintegration (nicht) ist

Unser Gehirn besitzt die Fähigkeit zur lebenslangen Neuroplastizität. Traumatische Erlebnisse sind in unserer Neurobiologie als neuronale, lebendige Netzwerke hinterlegt. Erfahrungen bilden gewachsene Strukturen in unserem Gehirn – starke, oft tief verwurzelte Verbindungen zwischen Synapsen, die wir Stück für Stück umgestalten lernen. Du kannst Dir das wie Autobahnen vorstellen, denen wir neue Ausfahrten bauen, um neue (Reaktions- und Wahrnehmungs-)Wege zu schaffen.

Diese neuronalen Strukturen sind vielschichtig – sie bestehen aus einem komplexen Geflecht von inneren Bildern, Gedanken, Empfindungen, Bewertungen und Emotionen. Diese Muster sind völlig individuell und oft nur unbewusst zugänglich. In der traumasensiblen Begleitung holen wir diese Verknüpfungen nach und nach ins Bewusstsein und fügen die losen Fragmente zu einem stimmigen Ganzen zusammen.

Trauma Integration heisst auch, dass wir mit unverdauten, sehr unangenehmen (und daher vermiedenen) Gefühlen wieder in Kontakt kommen – aber so sanft, dass sie uns nicht überschwemmen, sondern innerhalb unseres Stresstoleranzfensters gefühlt und somit verstoffwechselt werden können. So können diese Gefühle innerhalb unseres Stresstoleranzfensters wahrgenommen und verarbeitet werden, ohne uns erneut in eine Überforderung zu stürzen.

Traumasensible Nervensystemarbeit
Traumaintegration ist selten ein „Mindblowing Event“, sondern ein wohlwollendes Erkennen, was in uns wirkt und welches Ur-Bedürfnis wir heute wahrnehmen und erfüllen wollen

Traumaintegration ist ein vielschichtiger Prozess, der Zeit und Geduld erfordert. Verletzungen aus der Vergangenheit lassen sich nicht rückgängig machen, aber wir können sie so heilen, dass sie im heute nicht mehr einschränken oder schmerzen.

Aus neurobiologischer Sicht bedeutet das, dass starke neuronale Netzwerke nicht einfach überschrieben oder gelöscht werden können. Doch diese Netzwerke lassen sich umgestalten oder zur Ruhe bringen, wenn sie nicht mehr regelmässig aktiviert werden.

Ein Leben, das auf Überlebensstrategien basiert, verändert sich nicht von heute auf morgen. Und dennoch gilt: Es ist nie zu spät, um zu heilen! Es ist wichtig zu verstehen, dass Heilung nicht schnell gehen muss, um wirkungsvoll zu sein. Jeder Schritt auf dem Weg zur Traumaintegration zählt. Jeder Tag, an dem wir etwas anders empfinden oder erleben als zuvor, ist ein Tag der Heilung. Jeder Moment, in dem wir es schaffen, aus einem emotionalen Strudel schneller auszusteigen als gestern, ist ein Fortschritt.

Die Erwartung von grossen Durchbrüchen und schnellen, fundamentalen Veränderungen kann frustrierend und sogar verletzend sein. Wenn Du von den Folgen eines Traumas genesen möchtest, nimm Dir die Zeit, um den Prozess der Integration zu einer Priorität in Deinem Leben zu machen. Finde einen Weg, Dich selbst so wichtig zu nehmen, dass Du ohne Druck, aber mit viel Selbstmitgefühl und Wohlwollen Deinen Weg gehen kannst. Es ist nie zu spät.

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traumasensible Nervensystemheilung - Claim Your Life - arbeite mit Gertrud Angerer
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Autorenkasten Gertrud Angerer traumasensible Nervensystemarbeit nach Krebs

Autorenkasten

Gertrud Angerer (Brustkrebsdiagnose 2019) begleitet seit 2021 Frauen nach Brustkrebs online mit traumasensibler, körperorientierter Arbeit zur Regulation ihres Nervensystems. Schwerpunkte: Rückfallangst, erhöhte Wachsamkeit bei neuen Symptomen, Stressfaktoren im Alltag, Grübeln und Schlafstörungen. Sie ist zertifizierte NI-Coach für Neurosystemische Integration® (2024), Traumasensible NeuroEmbodiment Coach NESC® (2023) sowie Co-Active Coach (CTI, 2005). Auf ihrem Blog schreibt sie darüber, wie sich Nervensystem-Fehlalarme und chronische Stressmuster im Körper besser verstehen lassen, wie unangenehme Gefühle regulierbarer werden und wie sich eigene Reaktionen Schritt für Schritt abmildern lassen – um den eigenen Körper nach Krebs spürbar zu entlasten.

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