Gefühle versus Emotionen: hier erkläre ich Dir den Unterschied

Gefühle versus Emotionen

geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Gefühle versus Emotionen: fragst Du Dich manchmal, warum wir in der Arbeit mit dem Nervensystem einen Unterschied zwischen beiden machen? Ist beides nicht ein und dasselbe? Dachte ich auch lange. Aber es gibt feine, bedeutende Unterschiede, die es wert sind zu kennen.

Was sind Gefühle?

Gefühle sind alle Empfindungen, die Dein Körper wahrnimmt. Es beschreibt eine rein körperliche bzw. physiologische Veränderung in uns. Gefühle sind in der Regel rein sensorische Erfahrungen und körperliche Empfindungen ohne Gedanken, Bewertungen oder Interpretationen.

Gefühle können sein: Enge in der Brust, Kloss im Hals, schwitzige Handflächen, flache Atmung, angespannter Kiefer, Herz flattern oder ein schneller Puls.

Übung Selbstbeobachtung

Selbstbeobachtung: Schliesse Deine Augen und beginn zu spüren, wie sich Dein Körper anfühlt. Zieh es Deine Aufmerksamkeit in einen Bereich Deines Körpers? Verändert sich Dein Empfinden, wenn Du diesem Gefühl Raum gibst? Beobachte auch, wie sich Dein Atem anfühlt oder ob Du Deinen Herzschlag wahrnehmen kannst. Eventuell hat Deine Empfindung eine Farbe oder eine Temperatur. Beobachte einfach neugierig, ohne es einzuordnen oder zu verändern.

Was sind Emotionen?

Eine Emotion ist die Kombination aus Empfindungen im Körper (Gefühlen) und einer mentalen Bewertung bzw. einer Geschichte, die wir uns aufgrund von Erfahrungen im Laufe des Lebens erzählen.

Eine Emotion entsteht also in unserem Kopf. Unser Verstand versucht allen Signalen, Empfindungen und Gefühlen, die er aus dem Körper erhält, Sinn zu geben. Er erzählt eine Geschichte, passend zu den gespürten Empfindungen. Dies geschieht, in dem wir dem Gefühl einen Namen und oft eine Bewertung geben: Wut, Trauer, Hilflosigkeit, Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit, Freude usw.

Selbstbeobachtung: Hol Dir eine Geschichte aus Deiner Erinnerung, in dem Du Dich glücklich fühltest. Nun verschiebe Deinen Fokus weg von der Geschichte und den Gedanken hin zu Deinem Körper. Was fühlst Du im Körper, wenn Du an diese Geschichte denkst? Spürst Du irgendwo Weite oder Wärme? Wo spürst Du dieses Glück im Körper?

Lebenszyklus von Gefühlen

Ein Gefühl kann aus zwei unterschiedlichen Gründen entstehen

  • Durch einen Sinnesreiz von aussen: Wir hören, riechen, schmecken, tasten oder sehen etwas, was einen bestimmten Gedanken auslöst. Dieser Gedanke löst eine körperliche Veränderung (also Gefühl) in uns aus. Wir nehmen zum Beispiel Weite | Enge, Wärme | Kälte, Anspannung | Entspannung wahr.
  • Ein Gedanke löst eine Veränderung im Körperempfinden aus, ohne externe Sinnesreize. So kann der Gedanke an unseren Kontostand, eine Situation in der Vergangenheit oder ein Satz, ein Gefühl in uns entstehen lassen.
Emotionen versus Gefühle
Wir haben Emotionen, wir sind aber nie nur unsere Emotion. Sie sind ein Wegweiser, was wir brauchen.

Das reine Körpergefühl wiederum interpretieren, bewerten oder beurteilen wir und tragen dazu bei, dass eine Emotion entsteht.

Übung Selbstbeobachtung

Selbstbeobachtung: Erinnere Dich an ein Ereignis aus Deiner Vergangenheit und was Du damals empfunden hast. Damit holst Du Dir nur, mit Deinen Gedanken, alle Gefühle und Emotionen zurück in Deinen Körper, die Du mit diesem Ereignis verknüpft hast. Das Ereignis ist Vergangenheit, aber für Deinen Körper ist es nun präsent und real.

Damit ist auch schon erklärt, warum wir Gefühle und Emotionen oft in Dauerschleife wieder und wieder durchleben.

Spannend zu wissen ist aber, dass das reine Gefühl auf der körperlichen Ebene nur 90 Sekunden bis drei Minuten dauert. Indem wir den Fluss des Gefühls aber oft unterbrechen bzw. durch unsere permanenten Gedanken immer wieder aktualisieren, erleben wir Gefühle in unserer Realität deutlich länger. Durch unsere Gedanken und Erinnerung durchlebt unser Körper das Ereignis fast wie in Dauerschleife, ohne sich davon lösen zu können.

Anstatt die reine körperliche Empfindung (das heisst den physiologischen Trigger) nach 90 Sekunden (max. 3 Minuten) von alleine abebben und weg fliessen zu lassen, verheddern wir uns in einer Gefühlsspirale, die wir durch unsere Gedanken selber aufbauen.

Es hilft einen heilsamen Umgang mit Emotionen zu lernen, um die Botschaften von unseren Emotionen richtig zu interpretieren und mit ihnen arbeiten zu beginnen.


P.S.: Dieser Beitrag über Emotionen und Gefühle entstand als Artikel im Rahmen der Blog-Dekade 2022 veröffentlicht. Das ist eine Challenge, an der viele Bloggerinnen aus der Content Society teilnehmen. Bis zu zehn Blog-Artikel in zehn Tagen können dabei entstehen. Hört sich mutig und frei an? Find ich auch! Und deswegen bin ich dabei.

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