Nichts Tun löst das Problem manchmal brilliant – Learning aus dem Schoggimuseum

Nichts Tun

geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Vor einigen Tagen besuchte ich das Schokolade-Museum von Lindt & Sprüngli in Kilchberg bei Zürich mit meinen Kindern. Solltet ihr es noch nicht kennen – es ist eine Reise wert, alleine schon wegen dem grossen Schokolade-Brunnen in der weiten, weissen Eingangshalle.  Die Ausstellung ist für Gross und Klein kurzweilig und spannend und wirklich sehr kurzweilig.

Nichts Tun war der Schlüssel zum Durchbruch

Während dieser 2 Stunden im “Schoggi” Museum lernten wir viel über Kakao und Schokolade und den Wandel der Zeit. Überraschend bekam aber Rudolf Lindt meine Aufmerksamkeit. Dieser Mann war nicht nur ein Lebemann mit vielen Ideen und einem grossen Tatendrang, er hatte auch ziemlich Druck, endlich seine hochfliegenden Erfinder Träume in etwas Reales zu verwandeln.

Nur seine Schokolade-Masse wurde nicht cremiger, egal was er versuchte, egal wieviele geniale Ideen er mechanisch, verfahrenstechnisch oder wissenschaftlich anwandte. Im grössten Frust gönnte er sich ein Wochenende in der Natur (er ging auf die Jagd zum Abschalten).

Vermutlich wuchs ihm alles über den Kopf und er musste seinen Kopf lüften

Am Montag beim Öffnen der Fabrikstür, hörte er seinen Maschinenpark arbeiten (er hatte vergessen alles korrekt abzuschalten). Rudolf erwartete nun die komplette Katastrophe in seiner Fabrik (verbrannte Massen, kaputte Maschinen). NUR: das Gegenteil war der Fall! Die Schokolade war endlich cremig und zart schmelzend statt brüchig und sandig – das Conche Verfahren war erfunden. 

Abschalten, Nichts Tun (Nicht Eingreifen), Zeit lassen und Zeit nehmen, machten Rudolf Lindt zum Erfinder der Conchier Maschine, der wohl wichtigsten Erfindung bei der Schokolade-Verarbeitung. Dieses Wochenende  – an dem Rudolf Lindt sich seiner Stimmung und sich selber widmete und das Ergebnis losliess – legte die Basis zum heutigen Weltkonzern Lindt & Sprüngli.

Nichts Tun, Pause machen ist manchmal der beste Tipp, wenn es hektisch wird

Spannend! Da war sie wieder – diese Pause, dieses Nicht Tun, Nicht Eingreifen, das Ergebnis loslassen und Dinge von selbst werden lassen, das mich selber seit langem immer wieder beschäftigt. Was macht Handeln zu einer wertvollen Tätigkeit für uns selber? Wann nährt “handeln” uns und wann laugt es uns aus?

nichts tun
Inspiriert Handeln gelingt mit regelmässigem Nichts Tun – drück Pause


Ich bin froh, bin ich nicht jemand, der Dinge auf die lange Bank schiebt – ich entscheide rasch, handle rasch, überlege rasch. Nichts tun ist daher nicht die Antwort auf alles im Leben, aber was macht unser Handeln bekömmlicher für uns selber?

Pausen sind manchmal Gold wert, da sie uns wieder inspiriert handeln lassen

Für mich lautet die Antwort: Inspiriertes Handeln ist das, was ich anstrebe, suche und auch brauche, um gesund zu bleiben. Ein Handeln, das vom Herzen, von positiven Gefühlen begleitet wird. Ein Handeln, das aus einem inneren Wunsch heraus entsteht, in uns verankert ist, in sich schon gut ist, auch ohne Ergebnis und als befriedigend erlebt wird. Damit diese Art von Handeln gelingt müssen wir das Nichts Tun mehr kultivieren.

Mehr Sein statt mehr Machen.

Dabei meine ich nicht,  nur tolle Arbeiten wie Wohnung planen, Urlaub buchen, wahnsinnig tolle Workshop besuchen oder Essen gehen mit Freunden als einzige Tätigkeiten eines gut gelebten Alltags. Nein – auch Herd putzen, Webseite mit Inhalten füllen, technische Probleme lösen oder Bettwäsche wechseln können mit guten Gefühlen unterlegt wertvoll und nährend für Dich als Person sein.

Gefühle, die beim Handeln mitschwingen, sind wichtige Informationen

Es sind die Gefühle, die unter jeder Handlung mitschwingen, die die Wirkung des Handels auf uns selber ausmachen. Musst Du? Sollst Du? Kannst Du zu wenig? Bist Du zu wenig weit? oder “Solltest Du mehr, länger, anders? Brauchst Du genau dieses Ergebnis zu egal welchen Preis? Bestimmt das Ergebnis Deinen Wert, Deine Wertigkeit, Dein Glücksgefühl? Oder ist der Weg zum Ziel, schon so inspirierend und rund in sich, dass Du das Ergebnis loslassen kannst und auch den Zeitpunkt?

Achtsam wahrnehmen, was Du fühlst

Achtsam wahrnehmen, was Du beim Erledigen all Deiner To Do’s und Arbeiten fühlst, ist der erste, wichtige Schritt auf dem Weg zu mehr Leichtigkeit und Lebendigkeit im Alltag. Sei mutig genug, Dinge auch einmal liegen zu lassen, wenn Du nur noch musst und sich alles nur noch nach Kampf und Krampf anfühlt. Lass Luft zwischen Dich und dem Ergebnis und erlaube dem Leben, Dir eine Lösung zu präsentieren, die Du selber alleine, nicht erreicht hättest.

Inspiriert handeln bedingt Pausen, in denen Du Dich wieder gut fühlen kannst

Was wäre Dein erster Schritt hin zu inspiriert handeln, statt einfach viel zu machen? Frage Dich diese Frage einfach selber und lebe ein bisschen in der Frage und schau, welche Antworten Du im Laufe des Tages erhältst. Falls Du die Frage gemeinsam mit mir im unten stehenden Workshop stellen möchtest, melde Dich gerne an. Ich freu mich, wenn es Dich inspiriert, mehr vom guten Leben in Deinen Alltag zu holen.

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