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Nach Krebs zurück ins Leben ohne Alarm-Modus

Kennst du das auch? Krebsfrei und innerlich schon auf die nächste schlechte Nachricht eingestellt?

Es war ein völlig unspektakulärer Morgen – und doch einer der wichtigsten meines Lebens. Ich öffnete meine Jalousien, lief in die Dusche, der Kopf schon im Kampfmodus, während ich in einem Podcast einem ehemaligen Patienten mit Nierenkrebs im Endstadium zuhörte. Er sprach von seiner spontanen Krebsremission vor 20 Jahren und davon, wie er sich entschloss, jeden einzelnen noch erlebbaren Tag zu feiern. Einfach nur, weil er noch lebte, atmete und den Sonnenaufgang beobachten konnte.

Und ich? Ich stand jeden Tag auf, als müsste ich sofort wieder gegen mein Leben ankämpfen. Gegen meinen Körper, gegen Erwartungen, gegen meine eigenen Gedanken. Ich bemerkte nicht mal, dass ein neuer Tag beginnt, dass der Zürichsee zum Ausblick aus meinem Schlafzimmer gehört, oder dass die Vögel den Sonnenaufgang zelebrierten.

Mit meiner Diagnose im Hinterkopf kam dieser Satz wie ein Schlag auf den Kopf: Ich lebe, ich atme, das ist ein neuer Tag – und merke es gar nicht.

Und plötzlich wurde mir klar, wie viel Lebenszeit ich im inneren Kampfmodus verbrachte. Und dass dieses Dauer-Auf-Alarm-Sein keine gute Grundlage ist, um wirklich gesund zu bleiben.

Wobei ich Dir helfe:

Gelassen bleiben vor dem Kontrolltermin

Du lernst, deinen Körper runterzufahren, bevor die Angst übernimmt – damit du ruhig bleibst, auch wenn dein Kopf sich mit einem Sorgenkarussell meldet.

Wieder Vertrauen in den Körper spüren

Du übst, die Signale deines Körpers wahrzunehmen und ihnen zu trauen – statt jedes Ziehen gleich als Warnzeichen zu deuten.

Aufhören, ständig zu funktionieren

Du merkst, wann du dich wieder antreibst – und lernst, rechtzeitig weniger und langsamer zu machen, bevor’s zu viel wird.

Gertrud Angerer nachdenklich im Garten

Meine Geschichte

Ich ging selbst jahrelang über meine Grenzen - bis ich an Krebs erkrankte

Ich war Unternehmerin mit vielen Aufgaben, Mutter von vier Kindern und gefühlt für alles verantwortlich, was um mich herum passierte. Tag für Tag erledigte ich alles akribisch, plante für andere mit, funktionierte zuverlässig – und war eine ziemlich beeindruckende Multitasking-Queen, die nur ab und zu die Nerven verlor.

Dieses ständige Funktionieren setzte voraus, dass ich meinen Körper und meine Grenzen ausblendete.
So lange – bis ich an Krebs erkrankte.

Der Tod ohne Mitsprache war das Einzige, das in meiner Planung nicht vorgesehen war. Diese Diagnose wurde mein Wendepunkt. Natürlich habe ich zuerst gehadert, mich gefragt, warum ausgerechnet ich. Aber genau diese radikale Konfrontation damit, wie sehr ich leben will – und wie wenig ich das Leben bis dahin wirklich schön fand –, hat mir etwas ermöglicht, was vorher nicht ging:
Ich habe aufgehört Unangenehmes nicht nur zu verstehen und zu analysieren, sondern zu fühlen und Frieden zu schliessen.

Ich lernte, meinen Körper nicht länger als etwas zu betrachten, das funktionieren muss, sondern als Freund, der für mich ist – wenn ich ihm zuhöre und ihn nutze, um das Jetzt mit allen Sinnen zu erleben.

Somatisch zu arbeiten hat etwas Grundlegendes verändert.
Nein sagen geht heute einfacher. Ich kann mich mögen, auch wenn ich nicht perfekt bin. Und ich muss nicht mehr jedes Drama, das mein Kopf mir vorschlägt, ernst nehmen. Ich merke schneller, was wirklich meins ist – und was nicht. Und ich spüre meinen Wert, ohne dafür kämpfen zu müssen.

Ich entdeckte, dass die Welt nicht zusammenbricht, wenn ich langsamer werde. Wenn ich mir Raum gebe. Wenn ich Pausen im Sturm mache. Wenn ich mein Leben einfacher, ehrlicher und wohlwollender mir selbst gegenüber gestalte.

Genau diese Lernprozesse fliessen heute in meine Arbeit ein:
Wie lasse ich alte Geschichten los, die mich das Leben als Kampf interpretieren lassen?
Wie höre ich auf meinen Körper, wenn ich jahrzehntelang im Kopf zu Hause war?
Und wie finde ich Sicherheit in mir – ohne Kontrolle, Perfektionismus und Daueranspannung nach einer Krebserfahrung?

traumasensible Nervensystemarbeit für Frauen nach einer schweren Erkrankung. In Zürich und online.

„Ich war permanent im Überlebensmodus. Mit ihrer Begleitung habe ich gelernt, mich in Mini-Schritten wieder sicher zu fühlen – selbst mitten im Krankenhausalltag.

Gertrud arbeitet unglaublich feinfühlig und realitätsnah.

Kein Druck, kein ‚Du musst‘ – sondern echte Begleitung in einer existenziellen Situation. Die Arbeit mit ihr eröffnet neue innere Räume. Nicht überfordernd, sondern Schritt für Schritt – das hat mir echte Sicherheit gegeben."

Belinda Preis
Krebspatientin

Dinge, die ich heute anders mache als früher

Ich bemerke, wenn mir wieder alle zu langsam denken oder sprechen, dann mache ich zuerst nichts, ausser abklopfen, bewegen oder schlafen.

St Bernhardino Familienzeit Auszeit

Mittagsschlaf

Mit allen Sinnen

Früher kontrollierte ich das Ergebnis über Funktionieren, alles sofort selber machen und Perfektionismus. Heute mag ich Sätze wie «Was, wenn es einfach ist?» und «Lass uns zuerst herausfinden, welche Lösung das Leben findet, ohne dass ich mich schon wieder einmische!»

Katzenbabies-am-schlafen

Ich schwimme fast täglich, am liebsten im See – auch im Winter

ich-liebe-wasser-meer-schwimmen

Spazieren gehen

Meraner Weinberge wandern

Meine Ausbildungen​

 

Meine Ausbildungen bilden die Grundlage für eine traumasensible Begleitung von Frauen, die krebsfrei sind und sich trotzdem dauerhaft in Alarmbereitschaft fühlen.
Im Mittelpunkt stehen Nervensystem-Regulation, der Ausstieg aus dem Überlebensmodus und der Aufbau von innerer Ruhe, Stabilität und Vertrauen in den eigenen Körper.
Die Methoden sind wissenschaftlich fundiert, alltagstauglich und unterstützen dabei, Funktionsmodus loszulassen, belastende Erfahrungen zu verarbeiten und sich Schritt für Schritt wieder sicher im Alltag zu fühlenohne Positivdenken-Druck.

Co-Active Coach CTI

Internationale Coaching-Ausbildung mit Fokus auf Ressourcen, Selbstwirksamkeit und Beziehung auf Augenhöhe. Eine tragende Basis für nachhaltige Veränderungsprozesse nach tiefgreifenden Lebensereignissen.

NeuroEmbodiment Coach (NESC®)

Körperbasierte, traumasensible Ausbildung bei Britta Kimpel zur Arbeit mit dem autonomen Nervensystem. Schwerpunkt auf sicherer Integration von Stress- und Traumaerfahrungen nach Krebs.

NI Neurosystemische Integration® Coach

Neurobiologisch fundierte Methode zur Lösung von Verena König tief verankerter Überlebens- und Anpassungsmuster. Wirksam bei chronischem Stress, Angst und Erschöpfung nach onkologischen Erfahrungen.

Primordial Sound Meditation Expert (Chopra Institute)

Zertifizierte Ausbildung in personalisierter Meditation zur Regulation des Nervensystems. Fundierte Methode zur Reduktion von Stress, innerer Unruhe und Angst nach medizinischen Belastungen wie Krebs.

Herzlichen Dank Gertrud, du hast mich erinnert in mich zu gehen. Die neuen Tools finde ich super, sie erleichtern den Zugang zu diesem besonderen Ort, an dem ich so gerne bin. Die Baumübung ist so ein schönes Ritual, welches ich mit den Kindern vor dem Schlafengehen machen kann. Ich freue mich schon darauf.
Testimonial Anne Coaching mit Gertrud Angerer
Anne TQ
Unternehmerin

Mehr aus meinem Leben . . .

Ich mag keinen Matcha

Ich mag keinen Matcha – wirklich keinen. Selleriesaft trinke ich manchmal, aber sehr selten. Und Chia-Algen-Aronia-blabla-Säfte? Die probiere ich gar nicht erst aus. Auf meiner Fensterbank steht ein Topf mit selbstgezogenem Gerstengras – die Samen streue ich aber nur selten. Und dass in meinem Alltag weder Smoothies, Brokkolisprossen oder Grüntee regelmässig vorkommen? Völlig okay.

Passend machen ist ok

Ich habe gelernt, dass man nicht alles machen muss, was einem der Arzt rät – vor allem, wenn es sich im eigenen Körper einfach nicht richtig anfühlt. Während der Bestrahlung war meine Haut stark verbrannt, jede Bewegung tat weh. Eine Apothekerin empfahl mir statt Cortison ein regeneratives Hautgel – offiziell gegen Altersflecken. Heute schwören meine Kinder drauf, wenn sie sich mal verbrannt haben.

Es kommt auch gut

Ich hatte während der Schwangerschaft mit meinem vierten Kind einen Oberschenkelhalsbruch – ein Skiunfall in der 7 SSW, falsch versorgt. Fünf Jahre auf Krücken, sieben Operationen und mehrmals die Prognose: „Sie werden nie wieder normal gehen.“ Heute habe ich ein künstliches Hüftgelenk. Nicht gewollt, überfordernd – aber heute bewege ich mich. Ganz normal, und mein Sohn ist gross und munter.

„Ich war dauernd innerlich auf Alarm und hatte das Gefühl, mit mir stimmt etwas nicht. Bei Gertrud habe ich zum ersten Mal erlebt, dass ich richtig bin, so wie ich bin – und seitdem werde ich spürbar netter zu mir und finde langsam mehr Ruhe.“
Petra S.
Kundin
Bist Du bereit, Schritt für Schritt wieder Vertrauen in den Körper, in Dich und das Leben zurückzuholen?

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Mein Newsletter ist mein Ort für Zwischentöne: persönliche Gedanken und Erfahrungen aus der Nervensystemarbeit – für ein Leben nach schwerer Erkrankung mit mehr Gelassenheit und weniger innerem Alarm.

Meine Podcast Folgen

Menomio Daniela Ullricht Podcast fuer glückliche Wechseljahre Folge 36

In Folge 32 spreche ich mit Daniela Ullrich über die Wechseljahre und welche Rolle unser Nervensystem spielt.

Rini Pegka Ausgesprochen Achtsam Folge 80

In Folge 80 spreche ich darüber, warum der Körper immer gewinnt. Warum es wichtig ist, wohlwollend auf ihn zu blicken.

STEP INTO YOUR POWER Sylke Funke Folge 61 Freude und Balance

In Folge 61 spreche ich mit Sylke darüber, wie wir uns mehr Freude und Ausgeglichenheit in den Alltag holen können.

Hör Dir diese Folge an und lerne so einiges über die wissenschaftlich fundierte Arbeit mit dem Nervensystem.

Life Curation Podcast Andrina Tisi

Meine Learnings aus jahrzehntelangem Multitasking, und die Warnsignale meines Körpers along the way.

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