Loslassen lernen – wie Du emotional Belastendes in 5 Schritten hinter Dir lässt

loslassen lernen - eine Anleitung in 5 Schritten

Loslassen lernen – darauf bin ich echt neugierig, ich probier’s! So möchte ich Dich gerne am Ende meines Blogartikels denken hören.

Die Manager Geschichte von all den Äffchen, die auf Dir herumklettern, aber nicht zu Dir gehören, kennen wir wohl alle. Sie symbolisieren To Dos, die wir uns „anhängen“ liessen ohne nein zu sagen. Diese Äffchen konnten wir wieder auf den Baum setzen oder dem Besitzer zurückgeben.

Es ist eine Geschichte vom Nein sagen lernen, Grenzen setzen lernen – zum Beispiel im Corporate Alltag. Diese Geschichte half mir Dinge im Beruf zu verändern. ABER: Was hilft gegen emotional schwere Geschichten und Verletzungen, die mich prägen, aber mir nicht gut tun? Diese Frage stellte ich mir über die Jahre immer wieder – manchmal auch einem Psychotherapeuten.

Bei mir war es zum Beispiel „mein schlechtes Gewissen“ – ich wusste, es war unnötig, nicht begründet – trotzdem: sobald ich eine Erwartung meines Gegenüber nicht erfüllen konnte und dieser nicht happy war, hatte ich ein schlechtes Gewissen. Ständig! Immer, tagelang. War ich so? Konnte ich diese Prägung nie mehr loslassen? Ich verstand die psychologischen Teil davon – ich konnte meine Reaktion wunderbar analysieren, nur verändern konnte ich sie nicht. Lange – bis ich es anders anging, zusammen mit meinem Körper, meinem Atem und der Natur.

Heute weiss ich mir zu helfen, wenn ich anfange ein schlechtes Gewissen mit mir herumzuschleppen. In diesem Blogartikel leite ich Dich schrittweise an, wie Du schwere Emotionen wahrnehmen, annehmen und somit loslassen und/oder verändern kannst.

Belastende Emotionen loslassen lernen gelingt – ich zeige Dir in diesem Artikel wie ich es seit meiner Krebsdiagnose und -heilung lernte und nun fast täglich anwende.

Wir alle tragen Geschichten mit uns herum

Jeder Mensch hat seine Geschichte – jeder Mensch hat Erlebnisse, die ihn innerlich traurig, wütend oder hilflos zurücklassen. Manche Menschen konnten aber in jungen Jahren besser lernen, sich selber zu regulieren, empfinden mehr Sicherheit in sich und ins Leben als viele andere. Heute freue ich mich an all dem guten, das meinen Freunden widerfährt – aber ich weiss, dass ich lange das Leben als unfair empfand.

Wenn Du merkst, dass Du andere beneidest, dass es ihnen scheinbar leichter fällt, das Leben unterstützend zu erfahren, atme zunächst einfach tief ein und aus. Jeder Mensch hat seine Geschichte – das Leben hat bei jedem seine Höhen und Tiefen, jeder hat seinen Rucksack. Das Leben will Dir nichts vorenthalten. Aus heutiger Sicht weiss ich, warum ich scheinbar nicht weiterkam – obwohl ich soviel las, analysierte und verstand. Ich wollte mich nicht spüren – ich wollte um keinen Preis Gefühle spüren, ich wollte lieber, dass ich sie ganz abschaffen konnte – vor allem die negativen.

Bist Du auch ein Mensch, der vor allem seinen Kopf spürt und unterhalb des Halses zwar vorkommt, aber nicht dort zu Hause ist? Dann wirst Du mindestens mit den Augen rollen, wenn ich Dir sage, dass Deine Gefühle der Schlüssel zur Heilung sind. Die ganze Farbpalette an Gefühlen, die wir haben können – nicht nur die angenehmen. Ich jedenfalls schrie mehr als einmal „Aber ich hasse Gefühle, ich denke lieber nach…!“.

Was bedeutet es Loslassen zu lernen

Loslassen lernen bleibt ein schwammiger Begriff, den ich zuerst einmal für meine Art darüber zu denken, klären möchte. Für mich heisst loslassen, die belastende Geschichte hinter einem Erlebnis klären und auflösen zu können. Für mich bedeutet es: In Frieden kommen mit dem was es, an ein Erlebnis oder eine Person erinnert werden zu können, ohne dass ich innerlich aufgewühlt werde.

Ich möchte zBsp bei dem Satz „Ich verstehe Dich nicht“ lächeln können statt ein schlechtes Gewissen zu bekommen, dass ich zu wenig tat, damit die andere Person meine Handlung versteht. Wenn ich selber nicht mehr die Geschichte abspule, dass diese Aussage etwas mit mir oder einem Versagen von mir zu tun hat, dann reagiere ich völlig anders. Dann höre ich plötzlich eine Geschichte, die mit der Person zu tun hat, die mich nicht versteht und weniger ein Urteil über mich selber.

Loslassen lernen - eine Anleitung in 5 Schritten
Loslassen lernen – eine Anleitung in 5 Schritten

In jeder Sekunde prasseln 1 Billion Eindrücke auf unsere Sinnesorgane. Unser Gehirn filtert diese Eindrücke für uns, damit sie uns nicht erschlagen. Was unser Gehirn bewusst wahrnimmt steuert unser RAS (Redikuläres Autonome System) im Gehirn. Es ist angelegt, um uns sicher zu halten – schon damals im Steinzeitalter als wir vor dem Säbelzahntiger flüchteten. Sicherheit bedeutete immer Bekanntes – also wenn wir Sätze wie „ich verstehe Dich nicht“ oder „du hast mich enttäuscht“ als Problem in unserer Kindheit erfuhren, blinken diese Sätze in grossen Neonbuchstaben in unserem Kopf auf, wenn jemand sie auch nur flüstert und zu sich selber sagt – solange bis wir lernen, dass dieser Satz vollkommen unerheblich für uns als Erwachsene sein kann – egal wie er gemeint war.

Die Lösung liegt nicht in unserem analytischen Verstand

Es ist nicht schwierig zu verstehen, dass unser schlechtes Gewissen oder unsere Angst nicht gemocht zu werden nicht hilfreich im Alltag ist. Wunderbar, dass wir verstehen, warum wir diese Reaktion auf manche Trigger in unserem Leben zeigen oder was in unserer Kindheit schief gelaufen ist.

ABER: Unser Verstand hilft uns überhaupt nicht dabei, anders zu reagieren. Wir können es versuchen, und unseren Verstand nutzen mit einem neuen Mindset an die Dinge heranzugehen. Klappt bei Dingen, die wir nur an der Oberfläche verinnerlicht haben. Nur bei den wirklich hartnäckigen Ängsten, Sorgen oder Mustern kann uns unser analytische Verstand nicht weiterhelfen.

Es ist fast so wie eine „schön haben wir darüber geredet“ und „immer grüsst das Murmeltier“ Schleife in unserem Leben. Kinder oder Ehepartner zBsp. haben eine wunderbare Art immer wieder unsere roten Trigger Knöpflein zu finden. Ich kann jedenfalls ganz schnell den Boden verlieren bei Sätzen wie „Du machst eh nie was…“ oder „das was du erzählst ist nie passiert“.

Heilung passiert, in dem wir die Gefühle die diese Sätze in uns auslösen, im Körper bewusst wahrnehmen, in dem wir uns selber in den Arm nehmen ohne zu urteilen und unserem System Zeit geben, diese Geschichte nochmals zu zeigen und dann im Körper neutralisiert zu werden. Dafür braucht es vor allem Bewusstsein und ein bisschen Zeit im Alltag – keine Stunden, aber 5 bewusste Minuten immer wieder, in der Du spürst, was Du spürst und aufhörst einfach sofort eine Antwort zu geben oder weiterzumachen.

5 Schritte, um Belastendes in inneren Frieden umzuwandeln

Wie lernen wir in Frieden zu sein mit dem was uns bis dato belastet oder aus der Mitte bringt? Wie funktioniert dieses „Loslassen“? Es braucht nicht Deinen Verstand – ehrlicherweise stört der sogar ein wenig. Daher – wenn das was ich Dir nun als Schritt für Schritt Anleitung erkläre zunächst viel zu einfach, zu simpel oder viel zu unlogisch tönt – erlaub Dir, es einfach auszuprobieren.

Sei einfach offen und finde heraus, ob sich Triggermomente über die Zeit verändern. Es geht nicht darum, ob andere finden, dass Du anders geworden bist, sondern dass Du das Gefühl hast, dass Du heute in Situationen lachen kannst, die Dir früher den Boden unter den Füssen weggezogen haben.

𝗗𝗲𝗶𝗻 𝗮𝘂𝘁𝗼𝗻𝗼𝗺𝗲𝘀 𝗡𝗲𝗿𝘃𝗲𝗻𝘀𝘆𝘀𝘁𝗲𝗺 𝗹𝗮̈𝘀𝘀𝘁 𝘀𝗶𝗰𝗵 𝗯𝗲𝗿𝘂𝗵𝗶𝗴𝗲𝗻 – in dem es 𝘪𝘮 𝘑𝘌𝘛𝘡𝘛 𝘚𝘪𝘤𝘩𝘦𝘳𝘩𝘦𝘪𝘵 erfährt. Dein autonomes Nervensystem kommuniziert über Deinen Körper. Deswegen heilt es Dich, wenn Du Deine Gefühle im Körper einfach beobachten lernst. Nimm Deine Gefühle in der ganzen Bandbreite an, atme hin und nimm Dich vor allem Selbst dabei einfach an. Dieses Hinschauen, Aushalten und Annehmen gibt Deinem Nervensystem Sicherheit – damit kann es sich regulieren und Du heilst.

Schritt 1 Lass die Gefühle zu – Nimm Dir Zeit und spür einfach Deinen Körper

Wenn Du nervös, missmutig oder einfach unmotiviert bist, versuch nicht dagegen anzukämpfen, sondern nimm Dir einige Minuten Zeit. Um loszulassen musst Du Deinem Körper Zeit geben, Dir nochmals die Geschichte hinter dem Gedanken oder Gefühl zu erzählen – auf seine Art. Setz Dich auf einen Stuhl oder schliess kurz die Augen. Spür Deinen Herzraum, Deinen Bauch, Deine Arme und Beine, Deinen Hals, Deinen Rücken. Was spürst Du? Wie fühlt es sich an?

Schritt 2 Beobachte, was in Deinem Körper gerade los ist ohne zu urteilen

Sei einfach neugierig, vermeide Urteile „mir geht es nicht gut“, sondern „meine Brust kribbelt, ich spüre einen Klos im Hals, meine Ohren rauschen….“. Versuche einfach spielerisch zu beobachten. Es geht zu spüren und zu erlauben. Sei einfach neugierig, wie sich diese Wut / Angst / Unlust im Körper anfühlt und versuche sie anzunehmen, so wie sie ist.

Schritt 3 Atme ein und atme aus und suche Frieden, mit dem was ist

Atme einfach, spür den Boden unter den Füssen bewusst – das einzige, das Du aktiv machen kannst ist zu atmen. Tief und bewusst zu atmen. Lass den Atmen durch alle Regungen im Körper fliessen und versuche Dich und dieses Gefühl im Moment anzunehmen.

Schritt 4 Frage Deinen Körper und gib Dir selber keine Antwort

Versuch nicht in Lösungen zu denken. Suche Frieden, mit dem was ist. Das beste Mittel um den eigenen Verstand zurückzubinden ist Fragen zu stellen während Du deinen Körper beobachtest und atmest.

Hier ein möglicher innerer Dialog: „Ich weiss nicht, wie ich diese Situation akzeptieren kann, aber ich möchte gerne in Frieden damit sein? Wie kann ich Frieden damit finden? Was soll ich sagen? Was soll ich tun? Was ist das beste für mich und alle in dieser Situation?

Schritt 5 Vertraue dass die Antwort Dich findet

An diesem Punkt kannst Du wieder langsam die Augen öffnen und in den Alltag zurückgleiten. Versuch zu vertrauen, dass die Antwort Dich finden wird. Wenn Du merkst, dass Dich das verunsichert sag auch gerne bewusst „Ich lasse die Lösung los, ich möchte mich nun einfach besser fühlen…“.

Wenn Du dieses Loslassen zum ersten mal versuchst, wird Dein innerer Macher vielleicht öfters Amok laufen – beobachte ihn, nimm ihn in den mentalen Arm und atme. Über die Zeit, wenn Du öfters erlebt hast, dass sich Deine Reaktion auf eine belastende Situation viel einfacher für Dich selber geworden ist, dann wird es viel einfacher für den Verstand einfach mitzumachen.

Lass Dir beim Loslassen helfen

Gerade bei belastenden Situationen erlaube Dir Unterstützung zuzulassen. Meistens schauen wir dann auf unser engstes Umfeld, nur um oft festzustellen, dass die selber damit überfordert sind. Was wir aber übersehen ist die Heilkraft der Erde beziehungsweise der Natur. Lade bewusst die Natur ein Dir beim Loslassen zu helfen.

Loslassen lernen mit Hilfe des Atems
Loslassen lernen mit Hilfe des Atems

Loslassen lernen geht auch so: Öffne das Fenster und spür den Wind und lade ihn bewusst ein schwere Erinnerungen aus deinem System wegzuwehen oder Dir Kraft heran zu wehen. Lehne Dich an einen Baumstamm und bitte ihn, Dir seine Wurzeln zur Verfügung zu stellen, um Dich zu erden oder zu verankern. Lass seine Zweige für Dich ins Licht wachsen, damit Du Deine volle Grösse einnehmen kannst.

Setze Dich an ein Gewässer und lass die Wellen Erinnerungen für Dich mitnehmen und ausleben. Schau auf eine Situation aus der Vogelperspektive – lade die Spatzen vor dem Fenster ein, für Dich fröhlich zu zwitschern bis Du ihre Leichtigkeit selbst spürst.

Lies lieber mal ein Buch weniger, um Deine Probleme zu verstehen und blinzle stattdessen lieber in die Sonne oder mach einen Spaziergang im Wald. Loslassen lernen geht nicht über den Verstand, sondern über Deinen Körper. Atme tief, umarme Dich selber – immer wieder – und staune, wie sich belastende Emotionen in neue Zuversicht und Energie transformieren lassen.

Sei geduldig mit Dir selber und finde Zuversicht in Dir

Frieden finden mit dem was ist eine Reise. Unser ganzes Leben ist eine Reise. Was ich gelernt habe ist , dass sich die Dinge erst ändern, wenn ich mein Jetzt annehmen kann wie es ist. Dafür schenk Dir selber Geduld. Ich wollte so oft eine genaue Anleitung, die mir sagt: wenn Du A, B und C machst dann bekommst Du D als Ergebnis.

In der Zwischenzeit übe ich mich mein Jetzt als genau richtig zu empfinden – alle Narben, alle Unsicherheiten, alle Fragezeichen. Ich habe begonnen mir selber zu vertrauen und somit auch dem Leben zu vertrauen. Genau das wünsche ich auch Dir. Jede Emotion, die Du im Laufe des Tages spürst, ist eine Chance bei Dir anzukommen. Nimm Dir hin und wieder Zeit, diese Emotion im Körper zu spüren, hin zu atmen, die Natur einzuladen Dir zu helfen. Und dann passieren die unglaublichsten Dinge!

Falls Dich das Thema interessiert: Hier habe ich schon einmal über das Loslassen geschrieben.

Lass mich gerne wissen, wie es Dir mit Loslassen von belastenden Erlebnissen oder Umständen geht. Ich bin mir sicher, wir können uns alle gegenseitig unterstützen und auch mal virtuell in den Arm nehmen.

Deine Gertrud

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